Umbau & Erweiterung Herzklinik Hirslanden
Standort:

Zürich

Nutzung:

Herzklinik

Aufgabe:

Innenarchitektur

Auftrag:

Direktauftrag

Grafik und CI/CD:

Büro Fax

Fertigstellung Ursprungsprojekt:

2013

Fertigstellung Erweiterung:

2023

Ausgangslage

Ende 2012 wurde DOST beauftragt zu prüfen, ob im Untergeschoss der Hirslanden-Klinik eine eigenständige Herzklinik realisiert werden könnte. Ausgangspunkt war der unternehmerische Traum zweier Spitzenärzte des Universitätsspital Zürich. Ihr Ansatz: Kardiologie und Herzchirurgie in enger Zusammenarbeit unter einem Dach um für jeden Patienten die bestgeeignete Therapieform zu bestimmen. In den kommenden Jahren wurde die Klinik laufend erweitert und 2023 ein zusätzliches Geschoss hinzugefügt.

Leitmotiv
Die enge Zusammenarbeit von Kardiologie und Herzchirurgie und der ihr zu Grunde liegenden Prozessen wurden zum räumlichen Leitmotiv. Zwei klar gefasste Flügel – ein kardiologischer und ein chirurgischer – sind über einen gemeinsamen Ankunfts-, Warte- und Untersuchungsbereich verbunden.
Im Zentrum steht als Orientierungspunkt ein begrünter Raumkörper und verleiht dem Ort Identität. Verspiegelte Sturz- und Sockelbereiche lassen Boden und Decke optisch ineinander übergehen und erzeugen eine Grosszügigkeit im Untergeschoss. Das Zentrum löst die umlaufenden Gänge optisch zum Platz auf.
Die vertikale Begrünung nimmt Bezug auf die zwei intensiv bepflanzten Lichthöfe der Hirslanden-Klinik und übersetzt deren atmosphärische Qualität in den Innenraum. In Verbindung mit der klaren Linienführung und der farblichen Reduktion entsteht eine ruhige, präzise Umgebung, die die positive Wirkung von Pflanzen im Raum bewusst einsetzt.

Entwurf
Beim Projekt traf hoher gestalterischer Anspruch auf maximale Verdichtung der Planungs- und Bauphase. Der Entwurf folgte einem radikal prozessorientierten Ansatz. In enger Zusammenarbeit mit den Ärzten wurden Abläufe analysiert, Patientenwege simuliert und Funktionsbeziehungen präzise definiert. Ziel war eine Klinik, die sich intuitiv erschliesst. Die Beratungsräume orientieren sich nach aussen und profitieren vom Bezug zum Aussenraum, während Ankommen, Warten und Orientierung zentral gebündelt sind. Charakteristische weisse Raumkörper stehen auf einem dunklen Boden; an Abbiegepunkten lösen sich die orthogonalen Raster auf, Ecken ziehen sich vom Boden hoch und markieren Richtungswechsel. Ein mittig verlaufender Fluchtkorridor des Spitals wurde bewusst materiell integriert und gestalterisch aufgewertet, sodass trotz technischer Vorgaben eine räumliche Einheit über den Angebotsbereich der neuen Abteilung entstand.

Grafische Identität
Die Wegleitung wurde gemeinsam mit Roland Krauer von Büro Fax entwickelt. Medizinische Terminologien wurden auf einfache Raumbezeichnungen reduziert – A, B, C, D – und in grossmassstäblicher Typografie in den Raum eingeschrieben, schaffen Orientierung und bauen räumliche Unsicherheiten ab. Im Zuge dazu entstand eine eigenständige Corporate Identity.

Die Erweiterung
Zum zehnjährigen Jubiläum erhielt die Klinik 2023 von der Hirslanden-Gruppe eine zusätzliche Fläche auf dem darüberliegenden Geschoss. Auf deutlich kompakterer Fläche sollten sechs neue Untersuchungsräume entstehen. Der Entwurfsansatz übernahm die narrative Logik des Untergeschosses und interpretierte sie zeitgemäss. Die wellenförmigen Wände nehmen das Motiv der „hochgezogenen Ecken“ auf und überführen es in eine fliessende, plastische Bewegung. Ein präziser Raumkörper mit herausgelöster Ebene organisiert die hochverdichteten Funktionsbereiche.
Bekannte Elemente wie der dunkle Boden, helle Wartezonen und durchlaufende Decken sichern die Wiedererkennbarkeit. Glaswände mit Verlauf gewährleisten Privatsphäre auf Augenhöhe und öffnen sich nach oben für Licht und räumliche Kontinuität.

Fotografien: Bürobureau