Realisierungswettbewerb Museum Frohnauer Hammer
Standort:

Sachsen

Nutzung:

Museum

Aufgabe:

Realisierungswettbewerb

Auftrag:

Wettbewerb

Platz:

5. Rang

Jahr :

2016

Als eines von 81 eingegebenen Projekten konnte sich das Team von Dost und Bösch Landschaftsarchitektur für die engere Wahl qualifizieren.

Werte erhalten, neues gestalten
Gestein, Topografie und allgegenwärtige Vegetation artikulieren die Geschichte des Ortes; die so entstandene Bautypologie lässt die Entwicklung der Nutzung durch den Menschen erleben. Das Herrenhaus und das Hammerwerk als sich zwei ergänzende Protagonisten, Zeugen einer Epoche.
Konzeption Besucherzentrum
Die durch den Strassenraum entstehende Zäsur teilt das Ensemble in drei Flächen. Die gewählte Setzung der neuen Volumetrie greift dies als Qualität der Teilbereiche auf und ermöglicht eine dramaturgische Besucherführung, ohne den Bestand zu schwächen oder zu konkurrenzieren.
Charakteristische Stützmauern formen traditionell das gewachsene Terrain durch Terrassierung zu nutzbaren Flächen. Der Neubau bedient sich diesem Gestaltungselement der Landschaftsarchitektur. Das geforderte zusätzliche Raumprogramm tritt so nicht als klassische Architektur in Erscheinung, sondern wird Teil der Umgebung.
Die Klammer aus Topografie und geschwungenem Mauerelement nimmt das neue Besucherzentrum sowie die Parkierung auf und setzt einen subtilen baulichen Akzent gegenüber dem Strassenraum. Das Durchschreiten der so eingefügten raumbildenden Landschaftsstrukturen bieten dem Besucher ein besonderes Erleben der Schnittstellen von gewachsener Natur, historischen Bauten und der Geschichte des Ortes.
Mit dem neuen Besucherzentrum und der dazugehörigen Parkplatzanlage als Ausgangspunkt des Gastes wird nicht nur räumlich, sondern auch organisatorisch ein Zentrum geschaffen.

Freiraumgestaltung
Die Sehma ist nicht nur Antrieb des Hammerwerks und somit für die Entstehung des historischen Ensembles Frohnauer Hammer mit verantwortlich, der Bach formte über die Zeit auch die gut wahrnehmbare Tallandschaft mit ihren bewaldeten Hängen. Die grünen Hänge umwachsen gebaute Strukturen die sich an Bach und Strasse orientieren und dem Raum eine Richtung geben.
Um diesen Landschaftscharakter zu verstärken, wird die gewachsene Gehölzstruktur gestalterisch aufgenommen und weitergeführt. Mit der Streuung von solitären Gehölzen reicht der Wald wieder bis an die Strasse und gibt mit dieser Kulisse den historischen Gebäuden mehr Bedeutung. Der im Frühjahr blühende Kirschbaum, die duftenden Linden im Sommer und die Herbstfärbung des Spitzahorns sind so platziert, dass nebst dem Waldcharakter auch die Jahreszeiten verstärkt erlebbar sind.